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SAP Web IDE Personal Edition unter Linux nutzen

In meiner Arbeit als SAP-Berater bin ich bei den meisten Kunden an Windows als Betriebssystem gebunden. Wenn ich allerdings mit meinem eigenen Laptop arbeite, kann ich unter Linux auf die SAP-Systeme zugreifen.

Einige Kunden interessieren sich inzwischen für die Möglichkeiten von SAP UI5. Dies ist auch der Grund weshalb ich die verschiedenen Möglichkeiten zur Entwicklung unter Linux testen wollte. Mit Eclipse ist es auch unter Linux kein Problem UI5-Anwendungen zu schreiben und zu deployen. Allerdings gibt es diese Möglichkeit offiziell nicht für die noch relativ neue SAP Web IDE. Hier wird nur Windows und Mac OS unterstützt. Unter Nutzung von PlayOnLinux ist es aber möglich Web IDE Personal Edition auch mit Linux zu verwenden.

Voraussetzungen im SAP-System

Im SAP-System muss mindestens SAP_BASIS 7.31 SP 14 oder 7.40 SP installiert sein. Weiterhin muss über die Transaktion SICF der Service „ABAP Development Tools“ unter default_host/sap/bc/adt aktiviert sein, um sich mit der Web IDE Personal Edition verbinden zu können.

1) Download SAP Web IDE

Unter https://tools.hana.ondemand.com/#sapui5 herunterladen und die ZIP-Datei entpacken. Ich habe mich für die Trial-Version entschieden, weil ich keine SAP-Lizenz besitze.

2) SAP Web IDE mit PlayOnLinux einrichten

Unter PlayOnLinux eine neue Installation starten. Hier erst mal irgendeine Programminstallation starten. Das jeweilige Setup-Programm kann auch abgebrochen werden. Wichtig ist, dass eine 32bit-Installation angelegt wird. Am Ende des Assistenten den jeweiligen Dateimanager starten und die entpackten Daten des Web IDE-Downloads in das neu erstellte Wine-Verzeichnis kopieren. Wenn dies geschehen ist, im Assistenten mit der Durchsuchen-Funktion die orion.exe als Starter angeben. Der erste Schritt ist somit getan.

Als nächstes in die Konfiguration des entsprechend angelegten Starters gehen und im Reiter „Installiere Komponenten“ den Internet Explorer 8 installieren. Danach die aktuelle JRE herunterladen (http://www.oracle.com/technetwork/java/javase/downloads/index.html) und über den Reiter „Diverses“ mit der Option „Eine .exe im virtuellen Laufwerk ausführen“ installieren.

3) SAP Web IDE einrichten

Im Ordner /eclipse/config_master/service.destinations/destinations muss für jedes SAP-System eine Textdatei angelegt werden. Diese Datei darf keine Endung haben und muss den gleichen Namen haben wie das System.

Folgender Inhalt muss in der Datei stehen:
Description=Mein System XY
Type=HTTP
TrustAll=true
Authentication=NoAuthentication
Name=xy
ProxyType=Internet
URL=http\://xy.meinefirma.de\:8000
WebIDEUsage=odata_abap,odata_gen, ui5_execute_abap, dev_abap, bsp_execute_abap
WebIDESystem=xy
WebIDEEnabled=true
sap-client=100

4) SAP Web IDE starten

Um auf die SAP Web IDE zugreifen zu können, muss nun der Starter der orion.exe über PlayOnLinux ausgeführt werden. Es sollte sich ein Terminalfenster öffnen. Nun kann man über den Link http://localhost:8080/webide/index.html auf die SAP Web IDE zugreifen.

Linux Mint 17.3 auf Acer Aspire V Nitro Black Edition VN7-592G-71JF

Neuer Rechner, neues Glück.

Eigentlich dachte ich nicht, dass eine Linux-Installation heutzutage noch so frickelig sein kann. Leider ist die Treiberunterstützung und auch teilweise die EFI-Implementierung einiger Hersteller noch unterirdisch.

Problem 1: Grafikchipsatz

Im Acer Aspire V Nitro Black Edition VN7-592G-71JF ist eine Nvidia GeForce GTX 960M mit 4GB Arbeitsspeicher verbaut. Leider ist der freie Treiber der Linux Mint 17.3 ISO-Datei noch nicht wirklich für diesen Grafikchip vorbereitet.

Wer also von seinem Mint-USB-Stick bootet, wird irgendwann nur in einem schwarzen Bildschirm landen.

Abhilfe schafft hier das Editieren der Bootparameter.

Beim Booten also einfach kurz „e“ gerdrückt und den Text „quiet splash“ mit „nomodeset“ ersetzen. Schon kommt man ins System und kann das Ganze installieren.

Problem 2: EFI-Bootloader

Wer also Linux Mint 17.3 installiert hat und den Rechner neustartet, kommt zum nächsten Problem. Acer hat anscheinend bei der EFI-Implementierung geschlampt. Es wird nur aus dem Ordner EFI/Microsoft/Boot gebootet. Das bedeutet, man muss seine EFI-Bootpartition mit Live-USB mounten und den im Ordner EFI/ubuntu vorhandenen Bootloader in dieses Verzeichnis (vorher anlegen) kopieren und die entsprechende Datei auch noch umbenennen. (bootmgfw.efi)

Problem 3: Zu neue Hardware

Nun bootet Linux Mint. Leider funktionieren weder Touchpad, noch WLAN. Fangen wir also mit dem Touchpad an. Hierzu LAN-Kabel in den Rechner und auf den neusten verfügbaren Kernel updaten. Reboot. Touchpad funktioniert.

Beim WLAN ist das Ganze (aktuell) nicht mit einem Kernelupdate getan. Wir benötigen mehrere Dateien von hier:

https://github.com/FireWalkerX/ath10k-firmware/

Die entsprechenden Dateien in folgenden Ordener kopieren: /lib/firmware/ath10k/QCA6174/hw3.0

Dann Reboot und auch das WLAN sollte funktionieren. Aktuell gibt es noch ein kleines Problem mit WLAN und gleichzeitig aktiviertem Bluetooth. Wenn ich etwas downloade und meine Bluetoothmaus verbunden habe, wird die Bluetooth-Verbindung gestört und der Mauszeiger ruckelt. Ich habe das erst mal durch die Nutzung des USB-Empfängers der Maus umgangen. Unschön.

Zuletzt habe ich noch den Nvidia-Treiber installiert und bin nun zufrieden. Das System läuft stabil und ohne Probleme.

DIY: Ich bastel mir eine Steam Machine

Schon nachdem ich die ersten Ankündigungen von SteamOS und Steam Machine gelesen hatte war ich gefangen vom Gedanken mir eine eigene Steam Machine zu bauen.

Nachdem ich mir SteamOS testweise auf meinen Acer Revo HTPC installiert habe und es sogar einigermaßen gut läuft bei Indie-Spielen, habe ich mich entschlossen diesen Gedanken in die Tat umzusetzen und mir nun endlich eine Steam Machine zu bauen.

Ich werde hier als erstes die Teile vorstellen, die ich wahrscheinlich kaufen und verbauen werde.

1. Das passende Gehäuse

Da mein TV-Schrank weiß und von IKEA ist, habe ich mir gedacht, dass in den Schrank auch ein weißes schlichtes Gehäuse passen würde.

Meine Wahl fiel auf das Fractal Node 304. Es sieht wirklich schick aus, wie ich finde und bietet genug Platz für eine dedizierte Grafikkarte. Wer es etwas dunkler haben möchte, kann das Gehäuse auch etwas günstiger in schwarz kaufen.

Preis: ~80€

UPDATE:

Ich habe mich doch für die schwarze Version entschieden, denn meine anderen Geräte sind auch alle in schwarz gehalten.

2. Mainboard

Da ich aus Kostengründen eine AMD-CPU verbauen möchte, muss ich natürlich auch ein passendes Mini-ITX-Board kaufen.

Hier fiel meine Wahl auf das Gigabyte GA-F2A88XN-WIFI. Es hat eingebauetes WLAN und bietet mit 2 Speicherbänken genug Raum für Speichererweiterungen.

Preis: ~90€

3. Der Prozessor

Hier möchte ich keine großen Kompromisse machen und werde mir einen AMD A10 7700K in der boxed Version holen. Er hat 4 Rechenkerne und sollte für das Spielen genug Leistung liefern.

Preis: ~115€

UPDATE:

Ich werde hier wohl auf einen AMD Athlon X4 860K ausweichen, da ich die integrierte Grafiklösung des A10 nicht benötige. Hier kann ich also etwas Geld sparen und das Gesparte evtl. in eine dedizierte Grafiklösung investieren.

Preis: ~70€

4. Arbeitsspeicher

Da das Mainboard zwei Speicherbänke unterstützt und ich auch für modernere Titel gerüstet sein möchte, fiel hier meine Wahl auf ein 8GB-DUAL-Kit von G.Skill mit 2133MHz.

Preis: ~70€

UPDATE:

Um weiter für die Zukunft gerüstet zu sein, werde ich ein einzelnes Speichermodul mit 8GB kaufen. Hier habe ich dann die Option auf 16GB, wenn mir danach ist.

Preis: ~76€

5. Die Grafikkarte

Um die Kosten nicht allzu sehr explodieren zu lassen habe ich mich für eine GeForce GTX 750 mit 1GB entschieden. Hier werde ich wahrscheinlich eine Version von MSI kaufen. Man sollte darauf achten, dass die Grafikkarte mit Lüfter nicht mehr Platz als zwei Slots belegt. Ansonsten passt sie nicht in das Gehäuse, weil der Lüfter rausgucken würde.

Ansonsten bin ich der Meinung, dass man sich im Moment nur NVIDIA-Karten holen sollte. Der AMD-Grafiktreiber unter Linux/SteamOS ist einfach nicht so weit und es gibt immer wieder Probleme.

Preis: ~110€

UPDATE:

Da ich beim Prozessor etwas sparen kann, werde ich mir wohl eine 2048MB Gigabyte GeForce GTX 750 Ti Black Edition gönnen. Diese hat doppelt soviel Speicher. Dies sollte vor allem bei FullHD etwas mehr Leistung bringen.

Preis: ~145€

6. Festplatte

Da der Effekt einer SSD-Platte nicht über schnellere Ladezeiten hinaus geht, habe ich mich für eine klassische SATA-Festplatte mit 1TB entschieden. Hier im Speziellen ein Modell von Western Digital mit 7.200 U/min.

Preis: ~75€

7. Ein Netzteil

Es fehlt nur noch ein Netzteil. Hier kann ruhigen Gewissens ein ATX-Netzteil verbaut werden. Meine Wahl fiel hier auf ein modulares 500W-Modell von be quiet!, welches absolut ausreichend sein sollte und den Vorteil hat, dass man wirklich nur die Kabel verlegen muss, die man auch benötigt.

Preis: ~85€

UPDATE:

Für die geplanten Komponenten reicht ein 400W-Netzteil. Ich werde bei be quiet! bleiben und spare hier wieder ein wenig.

Preis: ~45€

Fazit

Für ungefähr 625€ kann man sich einen sehr ordentlichen Gaming-Rechner für’s Wohnzimmer selber bauen. Ich werde ihn mir wahrscheinlich in dieser Kombination kaufen und dann noch einmal ordentlich auf Wärmeentwicklung und Leistungsfähigkeit testen.

UPDATE:

Mit den neuen Komponenten hat sich der Endpreis auf ungefähr 615€ geändert. Eine kleine Einsparung und noch ein bisschen mehr Leistung. Top! 🙂


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